Bava Metzia 226

Kapitel 226

א לא שליח ב"ד כמלוה
1 Nein, den Gerichtsdiener, daß er dem Gläubiger gleiche.
ב ת"ש (שמות כב, כה) אם חבל תחבל שלמת רעך בשליח בית דין הכתוב מדבר אתה אומר בשליח בית דין הכתוב מדבר או אינו אלא בבעל חוב כשהוא אומר (דברים כד, י) לא תבא אל ביתו לעבוט עבוטו הרי בע"ח אמור הא מה אני מקיים אם חבל תחבל שלמת רעך בשליח ב"ד הכתוב מדבר
2 Komm und höre:<i>Wenn du das Gewand deines Nächsten pfändest</i>, die Schrift spricht vom Gerichtsdiener. Du sagst, die Schrift spreche vom Gerichtsdiener, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Gläubiger? Wenn es heißt: <i>du darfst nicht in sein Haus hineingehen, um von ihm ein Pfand zu erheben</i>, so ist ja bereits vom Gläubiger gesprochen, wozu heißt es nun: <i>wenn du das Gewand deines Nächsten pfändest</i>? Die Schrift spricht also vom Gerichtsdiener!? —
ג תנאי היא דתניא שליח ב"ד שבא למשכנו לא יכנס לביתו למשכנו אלא עומד מבחוץ והלה מוציא לו משכון שנאמר (דברים כד, יא) בחוץ תעמוד והאיש
3 Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn der Gerichtsdiener ihn pfänden kommt, so darf er nicht in sein Haus hineingehen, um ihn zu pfänden, vielmehr muß er draußen bleiben, und jener bringe ihm das Pfand heraus, denn es heißt: <i>draußen sollst du warten, und der Mann</i>.
ד ותניא אידך בע"ח שבא למשכנו לא יכנס לביתו למשכנו אלא עומד בחוץ והלה נכנס ומוציא לו משכונו שנאמר בחוץ תעמוד ושליח ב"ד שבא למשכנו הרי זה נכנס לביתו וממשכנו
4 Dagegen lehrt ein Anderes: Wenn der Gläubiger ihn pfänden kommt, so darf er nicht in sein Haus hineingehen, um ihn zu pfänden, vielmehr muß er draußen bleiben, und jener gehe hinein und bringe ihm das Pfand heraus, denn es heißt: <i>draußen sollst du warten</i>. Wenn aber der Gerichtsdiener ihn pfänden kommt, so darf er in sein Haus hineingehen und ihn pfänden.
ה ולא ימשכננו דברים שעושין בהן אוכל נפש ונותן מטה ומטה ומצע לעשיר מטה ומטה ומפץ לעני לו אבל לא לאשתו ולא לבניו ולבנותיו
5 Er darf ihm aber nicht Dinge pfänden, die zur Herstellung von Lebensmitteln dienen. Ferner muß er einem Reichen ein Lager, ein Lager und ein Polster, und einem Armen ein Lager, ein Lager und eine Matte zurücklassen; für ihn selber, nicht aber für seine Frau, seine Söhne und seine Töchter.
ו כדרך שמסדרין לבע"ח כך מסדרין בערכין כלפי לייא עיקר סידור בערכין כתיב אלא אימא כדרך שמסדרין בערכין כך מסדרין בבע"ח
6 Wie man für einen Schuldner festsetzt, so setze man fest auch bei einem Schätzgelübde. — Wo denkst du hin, die Festsetzung kommt ja hauptsächlich beim Schätzgelübde vor!? — Lies vielmehr: wie man bei einem Schätzgelübde festsetzt, so setze man fest auch für einen Schuldner.
ז אמר מר נותן מטה ומטה ומצע לעשיר מטה ומטה ומפץ לעני למאן אילימא לאשתו ולבניו ולבנותיו הא אמרת לו אבל לא לאשתו ולבניו ולבנותיו אלא אידי ואידי לדידיה
7 Der Meister sagte: Ferner muß er einem Reichen ein Lager, ein Lager und ein Polster, und einem Armen ein Lager, ein Lager und eine Matte zurücklassen. Für wen: wollte man sagen, für seine Frau, seine Söhne und seine Töchter, so sagtest du ja, nur für ihn, nicht aber für seine Frau, seine Söhne und seine Töchter!? — Vielmehr, beide für ihn selber. —
ח תרתי למה לי חדא דאכיל עלה וחדא דזג עלה כדשמואל דאמר שמואל כל מילי ידענא אסותייהו לבר מהני תלת מאן דאכיל אהינא מרירא אליבא ריקנא ומאן דאסר מיתנא דכיתנא רטיבא אחרציה ומאן דאכיל נהמא ולא מסגי ארבעה גרמידי
8 Wozu zwei!? — Eines, worauf er ißt, und eines, worauf er schläft. Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Gegen jede Sache kenne ich ein Heilmittel, ausgenommen folgende drei: wenn man nüchtern eine bittere Dattel gegessen hat, wenn man einen feuchten linnenen Gürtel um seine Lenden gebunden hat, und wenn man Brot gegessen und nachher keine vier Ellen gegangen ist.
ט תני תנא קמיה דרב נחמן כדרך שמסדרין בערכין כך מסדרין בבע"ח א"ל השתא זבוני מזבנינן ליה סדורי מסדרינן ליה ומי מזבנינן ליה והתנן מחזיר את הכר בלילה ואת המחרישה ביום
9 Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wie man bei einem Schätzgelübde festsetzt, so setze man fest auch für einen Schuldner. Da sprach dieser zu ihm: Wenn man seines sogar verkauft, wieso sollte man für ihn eine Festsetzung treffen!? — Verkauft man denn seines, wir haben ja gelernt, daß man ihm nachts das Polster und am Tage den Pflug zurückgebe!? —
י תנא כרשב"ג תנא קמיה והכי קאמר ליה השתא לרשב"ג זבוני מזבנינן ליה סדורי מסדרינן ליה דתנן רשב"ג אומר אף לעצמו אינו מחזיר אלא עד שלשים יום מכאן ואילך מוכרן בב"ד
10 Der Jünger rezitierte es vor ihm nach der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, und jener entgegnete ihm wie folgt: wenn man nach R. Šimo͑n b. Gamliél sogar seines verkauft, wieso sollte man für ihn eine Festsetzung treffen!? Wir haben nämlich gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch ihm selber brauche man es nur dreißig Tage zurückzugeben, alsdann verkaufe man es vor Gericht. —
יא וממאי דכי קאמר רשב"ג זבוני לגמרי קאמר דלמא הכי קאמר עד שלשים יום הדר ליה בעיניה מכאן ואילך מיהדר ליה למאי דחזי ליה ומזבנינן מאי דלא חזי ליה
11 Woher, daß R. Šimo͑n b. Gamliél meint, es sei vollständig zu verkaufen, vielleicht meint er es wie folgt: dreißig Tage gebe man es ihm im selben Zustandezurück, nachher aber gebe man ihm zurück, was für ihn geeignet ist, und verkaufe, was für ihn nicht geeignet ist!? —
יב אי סלקא דעתך אית ליה לרשב"ג האי סברא ליכא מידי דלא חזי ליה דאמר אביי רשב"ג ורבי שמעון ורבי ישמעאל ורבי עקיבא כולהו סבירא להו כל ישראל בני מלכים הן
12 Wenn man sagen wollte, R. Šimo͑n sei dieserAnsicht, so gäbe es überhaupt nichts, was für [den Schuldner] nicht geeignet wäre!? Abajje sagte nämlich: R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Šimo͑n, R. Jišma͑él und R. A͑qiba sind alle der Ansicht, alle Jisraéliten gelten als Fürstenkinder.
יג רשב"ג דתנן לא את הלוף ולא את החרדל רשב"ג מתיר בלוף מפני שהוא מאכל לעורבין
13 R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt: Nicht Lauch und nicht Senf. R. Šimo͑n b. Gamliél erlaubt es beim Lauch, weil er als Futter für Krähendient.
יד רבי שמעון דתנן בני מלכים סכין שמן וורד על גבי מכותיהן בשבת שכן דרכן לסוך בחול ר' שמעון אומר כל ישראל בני מלכים הן
14 R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt: Fürstenkinder dürfen sich am Šabbath eine Wundemit Rosenöl bestreichen, denn diese pflegen sich auch wochentags damit zu schmieren; R. Šimo͑n sagt, alle Jisraéliten seien Fürstenkinder.
טו רבי ישמעאל ורבי עקיבא דתניא הרי שהיו נושין בו אלף זוז ולבוש איצטלא בת מאה מנה מפשיטין אותה ממנו ומלבישים אותו איצטלא הראויה לו ותנא משום רבי ישמעאל ותנא משום רבי עקיבא כל ישראל ראוין לאותה איצטלא
15 R. Jišma͑él und R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Wenn man von jemandem tausend Zuz fordert und er ein Gewand im Werte von hundert Minen anhat, so ziehe man es ihm ab und gebe ihm ein für ihn geeignetes Gewand zu tragen; im Namen R. Jišma͑éls und im Namen R. A͑qibas wurde gelehrt, jedem Jisraéliten gebühre ein solches Gewand. —
טז ולמאי דסליק אדעתין מעיקרא דיהיב ליה מאי דחזי ליה ומזבנינן מאי דלא חזי ליה בשלמא כר וכסת חזי ליה דביני ביני אלא מחרישה למאי חזיא אמר רבא בר רבה מחרישה דכספא
16 Nach unserer früheren Auffassung aber, daß man ihm das gebe, was für ihn geeignet ist, und das verkaufe, was für ihn nicht geeignet ist, [ist ja einzuwenden:] allerdings bleibt bei Polster und Kissen der Zwischenwertzurück, was aber ist mit einem Pflugeanzufangen!? Raba b. Rabba erwiderte: Wenn es ein silberner Pflugist.
יז מתקיף לה רב חגא ולימא ליה לאו עלי קרמית אמר ליה אביי
17 R. Ḥaga wandte ein: [Der Gläubiger] kann ja sagen: diesist nicht meine Obliegenheit!? Abajje erwiderte ihm: